Gut,
davon ausgehend dass du es wirklich ernst meinst, gehe ich mal auf deine Vorstellungen ein und schiebe das pummelige beiseite (sowas sollen andere Drowspieler klären). Du benutzt Drow, als jene D&D-Dunkelelfen, wo vier von fünf Göttern durch und durch böse sind und sich selbst untereinander nicht tollarieren, aber kein Problem damit haben, wenn ihre Leute für sie Opfergaben im Sinne von kleinen Kindern bringen. Auch wenn es die Möglichkeit eines guten Drow verbreitet hat, bringt einem die Saga vom Dunkelelf zwei Dinge sehr nahe: Die absolut gnandenlose, egoistische und auf persönliche Macht ausgerichtete Gesellschaft der Drow und ihre erheblichen Einschränkungen am Tag. Das wo also jeder das erste mal aufhurchen wird ist: Wieso sollten Droweltern (bzw. die Mutter da der Erzeuger eh nichts zu sagen hat) ein wertvolles, weibliches Kind (was schonmal eine potentielle Priesterin werden kann) an der Oberfläche aussetzen (was dem Tod gleichkommt)? Wenn es lebend nichts wert ist, kann man es immernoch Opfern, um in der Gunst der Göttin zu steigen oder um ihr die Opferbereitschaft des eigenen Hauses zu zeigen. Aber sei es drumm, hier geht es um eine andere nichtmenschliche Rasse.
Auch wenn Orks nett wären und Mitleid empfinden können so wie wir es in unserer westlich gepregten Gesellschaft verstehen, so haben die meisten Orkgesellschaften einen hohen Gewalltfaktor in ihrer Gesellschaft. Zudem neigen viele zu einem schnellen Wachstum, also ausgewachsen in einem einstelligen Jahresbereich. Jetzt haben wir da so ein schwächliches, zerbrechliches, am Tag blindes (auf kalte Umgebungen eingestellte Wärmesicht ist halt mist in einer sonnenbeeinflussten Umwelt) und langsam wachsendes, fremdartiges Ding. Es wäre also nicht nur eine Langzeitbelastung, nein es wird nie so gut sein wie ein gleichaltriges Junges des Stamms und wäre zudem bei sämtlichen Rangkämpfen mit gleichaltirgen und später mit jüngeren Unterlegen. Und so etwas soll in die Ehre kommen von einer Schamanin ausgebildet zu werden? Spätestens jetzt würde der nichtnette Teil der gleichaltrigen zwar nicht offen Rebelieren (Schamanen und so), aber Unfälle passieren.
Aber gehen wir mal weiter. Die Drow wird tatsächlich erwachsen. Der Stamm hat die Belastung also die ganze Zeit durchgeschleppt und nun, da sie endlich etwas zurückgeben kann, soll sie gehen? Und schlimmer noch, dieses undankbare (hey wir haben nette Orks, da haben wir auch Dankbarkeit) Drowbalk verkauft ihre angelernten Fertigkeiten als Söldner noch an elendiges anderes Pack, womöglich auch an die Feinde der Orks - dann wäre es zumindest ansatzweise drowartig.
Kurzum,
die Frage ob es ein Scherz ist, dreht sich hier nicht darum, dass du eine pummelige Drow spielen willst,
sondern dass dieser Hintergrund durch und durch konstruiert und für die meisten hier nicht nachvollziehbar ist.
Zudem wirst du es schon als Drow schwer genug haben, besonders alleine. Du bist für viele Konsequenzspieler nichts anderes als Beute: Warhammerlichtis (ersetzbar durch viele andere Lichtifraktionen) welche in die eine ausgeburt des Bösen sehen, Drow welche in dir etwas sehen, was nie hätte passieren dürfen, Orks welche dich schlichtweg für eine beledigende Lügnerin halten, ...
Bitte ließ den OHL-Leitfaden, die Saga vom Dunkelelf (die Stellen wo es um die üblichen Drow geht sind dabei interessant, nicht der ungewöhnliche Einzelfalldrow), selbst Disneys Tarzan bietet ein gutes Beispiel dafür, dass Fremdlinge in einer geschlossenen Gesellschaft nicht willkommen sind (besonders wenn sie offensichtliche Defezite nicht ausgleichen können) und versuch bitte über mehrere Cons ein Gefühl dafür zu bekommen, was funktionieren kann und was nicht.